Aktualisiert am 21.05.2026

Unser Service für dich:

Das Wichtigste in 60 Sekunden

  • Drei Lausarten befallen Menschen. Neben der bekannten Kopflaus gibt es die Filzlaus und die Kleiderlaus. Jede Art ist auf ihren eigenen Lebensraum spezialisiert.
  • Kopfläuse sind am weitesten verbreitet. Sie leben im Kopfhaar, übertragen in unseren Breitengraden keine Krankheiten und wandern meist direkt von Haar zu Haar.
  • Filzläuse bevorzugen Körperbehaarung. Sie nisten sich meist in der Schambehaarung ein, seltener in Achsel-, Brust- oder Barthaaren. Die Übertragung erfolgt oft durch engen körperlichen Kontakt.
  • Kleiderläuse leben in Textilien. Anders als Kopf- und Filzläuse besiedeln sie Kleidernähte und wandern nur zur Nahrungsaufnahme auf die Haut. Sie kommen in Mitteleuropa selten vor, können aber Krankheitserreger übertragen.
  • Meldepflicht beachten. Während ein Kopflausbefall den Gemeinschaftseinrichtungen (z. B. Kita oder Schule) gemeldet werden muss, ist der Befall mit Kleiderläusen gegenüber dem Gesundheitsamt meldepflichtig.

Ein genauer Blick auf die Haare. Etwas bewegt sich – kaum sichtbar, aber zielsicher. Sie sind klein, flink und erstaunlich spezialisiert: Läuse.

Während weltweit zahlreiche Läusearten vorkommen, sind beim Menschen drei Arten zu finden. Jede mit ihrem eigenen bevorzugten Lebensraum: im Kopfhaar, in der Kleidung oder in der Körperbehaarung.

Die bekannteste Läuseart: die Kopflaus

Klein, nervig und die am weitesten verbreitete Art: die Kopflaus. Besonders Kinder haben häufig mit den unerwünschten Mitbewohnern zu tun. Ihr Sozialverhalten macht es den kleinen Parasiten ziemlich leicht.

Beim Toben, Kuscheln oder direkten Körperkontakt wechseln Kopfläuse einfach von einem Kopf zum nächsten. So breiten sie sich in Kitas und Schulen schnell aus. Wer aber früh reagiert, stoppt die Verbreitung zuverlässig.

Alles Wissenswerte zur Kopflaus

Mädchen mit Brille untersucht und kämmt sorgfältig ihre Haare vor einem Spiegel.

Nicht jede Laus will auf deinen Kopf – ein kleiner Exkurs

Läuse gibt es fast überall in der Natur. Doch nicht jede Art hat es auf Menschen abgesehen.

Tiere und Pflanzen haben ihre eigenen „Spezialläuse“, die so gut an ihre jeweilige Wirtsart angepasst sind, dass sie auf einer anderen Art nicht überleben könnten. Eine Katzenlaus bleibt im Fell, eine Pflanzenlaus auf ihrer Pflanze. Eine Übertragung von Tier auf Mensch – oder umgekehrt – findet deshalb praktisch nicht statt.

Bekannt aus dem Pflanzenreich ist etwa die Wolllaus. Sie saugt Pflanzensaft, gibt Giftstoffe ab und hinterlässt klebrigen Honigtau – den perfekten Nährboden für Rußtaupilz, die sogenannte Schwarzfleckenkrankheit.

Besonders unangenehm: die Filzlaus

Wenn es im Intimbereich plötzlich juckt, steckt nicht immer eine Krankheit dahinter. Manchmal ist die Filzlaus die Ursache. Diese lästige Läuseart nistet sich bevorzugt in der Schambehaarung ein und ernährt sich vom Blut ihres Wirts.

Während Kopfläuse vor allem Kinder betreffen, sind es bei der Filzlaus häufig Erwachsene. Die Übertragung erfolgt meist durch direkten intimen Körperkontakt – im Gegensatz zur Kopflaus jedoch auch über Handtücher oder Bettwäsche.

Gut zu wissen: Die Filzlaus (auch Schamlaus) überträgt keine Geschlechtskrankheiten.

Zwei Paare Füße unter einer grauen Bettdecke auf einem Bett mit hellem Kopfteil.

So erkennst du Filzläuse

Filzläuse sind etwa 1,5 Millimeter groß und breiter gebaut als Kopfläuse. Mit ihren kräftigen Krallen halten sie sich bevorzugt in der Schambehaarung fest, können aber auch Achsel-, Brust- oder Barthaare befallen. Nur sehr selten sind Augenbrauen oder Wimpern betroffen.

Mit bloßem Auge sind sie gerade noch zu erkennen. Der durch sie ausgelöste Juckreiz fällt dagegen deutlich auf.

Die Symptome eines Filzlausbefalls

  • Juckreiz durch den Speichel in den Bisswunden
  • graublaue Verfärbungen (aufgrund der Bisse) im Genitalbereich, an Oberschenkeln, Gesäß, Unterbauch und in den Achselhöhlen
  • Brennen und Jucken an den Augen (bei Befall von Wimpern oder Augenbrauen)
  • geschwollene Lymphknoten 
  • Hautausschlag

 Filzläuse entdeckt – und jetzt?

Um den Befall zu stoppen, gibt es hilfreiche Maßnahmen. Das Rasieren der befallenen Haare nimmt den Parasiten ihren Lebensraum. Zusätzlich können spezielle Präparate beispielsweise mit Dimeticon unterstützen, die an dieser Stelle physikalisch wirken. 

Wichtig: NYDA® Produkte sind ausschließlich für Kopfläuse zugelassen. Für die Behandlung benötigst du daher geeignete Produkte, die ausdrücklich für den Befall mit Filzläusen freigegeben sind.

Bei der Verwendung von Shampoos oder Cremes mit Wirkstoffen wie Permethrin ist es wichtig, die jeweilige Packungsbeilage genau zu beachten. Ob und wie diese an empfindlichen Körperstellen angewendet werden dürfen, sollte vorab in der Apotheke abgeklärt werden, um mögliche Hautreizungen zu vermeiden.1

Selten, aber nicht harmlos: die Kleiderlaus

Gestapelte Kleidung in verschiedenen Farben und Stoffen, von einer Person mit weißen Ärmel aus gehalten.

Die Kleider- oder Körperlaus kommt in Mitteleuropa nur selten vor. Anders als die Kopflaus, die hierzulande keine relevante Rolle als Krankheitsüberträger spielt, kann die Kleiderlaus bestimmte Erreger übertragen. Dazu zählen:

  • Fleckfieber
  • Läuserückfallfieber
  • Fünftagefieber

Ähnlich wie Kopf- und Filzlaus ernährt sie sich von menschlichem Blut. Sie lebt allerdings nicht dauerhaft auf dem Körper. Stattdessen bezieht sie die Fasern von Kleidungsstücken. Nur zum Blutsaugen wandert sie auf den Körper. Ihre Eier (Nissen) klebt sie an die Nähte oder die Innenseiten von Kleidungsstücken.

Interessant: Die Kleiderlaus ist extrem gut an den Menschen angepasst. Forschende vermuten, dass sich die Kleiderlaus aus der Kopflaus entwickelt hat. Zu einer Zeit, als Menschen begannen, regelmäßig Kleidung zu tragen.

So erkennst du Kleiderläuse

Die Kleiderlaus ist etwa drei bis vier Millimeter groß und lässt sich optisch nur schwer von der Kopflaus unterscheiden. Sie besitzt sechs kräftige Beine mit Greifzangen als Fußglieder.2 Ihre Farbe ist beige bis bräunlich.

Damit die Kleiderlaus den Wirt wechseln kann, müssen Menschen engen Kontakt haben oder Kleidung teilen. Manchmal nutzt sie auch Bettwäsche oder Matratzen vorübergehend als Rückzugsort.

Ein Befall ist vor allem dort möglich, wo Menschen eng zusammenleben und ihre Kleidung nicht regelmäßig waschen. Etwa in Notunterkünften oder bei unhygienischen Lebensbedingungen.

Übrigens: Ohne Kontakt zum Menschen überleben Kleiderläuse höchstens eine Woche.

Symptome eines Kleiderlausbefalls

Zwar hält sich die Kleiderlaus nicht dauerhaft auf dem Körper auf, Spuren hinterlässt sie durch das Blutsaugen trotzdem: 

  • Juckreiz auf der Haut
  • Quaddeln, Kratzspuren und Knötchen durch die Bisse
  • rötliche Färbung an den betroffenen Hautstellen

Was tun bei einem Kleiderlausbefall?

Da die Kleiderlaus meldepflichtig ist, wende dich zunächst an das zuständige Gesundheitsamt. Dort erhältst du professionelle Unterstützung und Hinweise zur Behandlung.

Die Maßnahmen hängen von den Lebensumständen ab. In der Regel gehören dazu das Waschen (mindestens 54 °C) oder Entsorgen befallener Kleidung, das Reinigen von Bettzeug und Textilien sowie eine medizinische Behandlung der Haut, wenn Beschwerden bestehen.3


Medizinische Expertise:

Dieser Artikel ist nach wissenschaftlichen Standards verfasst und von Pohl Boskamp auf seine Richtigkeit intensiv geprüft worden.

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Quellen:
1 Feldmeier H. Pediculosis pubis - Eine Reiseerinnerung der unangenehmen Art. FTR 2007; 14(3): 121-123.
2 Kleiderlaus oder Körperlaus - Pediculus humanus / Institut für Schädlingskunde: n.d. (abgerufen am 05.05.2026).
3 Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Body Lice – About Body Lice, 24.06.2024. (abgerufen am 05.05.2026).